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Das Gute an Liebeskummer

Aktualisiert: 17. Feb. 2023

Liebeskummer fühlt sich grässlich an, da sind wir uns wohl alle einig. Wie groß der Einfluss von Herzschmerz auf unser psychisches und physisches Wohlbefinden sein kann, sehen wir daran, dass wir unter Umständen nichts mehr essen können, unter Schlaflosigkeit leiden oder sogar richtig krank werden. Ein gebrochenes Herz kann in Depression ausarten und dafür sorgen, dass wir kaum noch unsere alltäglichen Aufgaben bewältigen können.


Was soll daran also gut sein? Liebeskummer ist eine riesige Gelegenheit, dich selbst besser kennen zu lernen. Du wirst gnadenlos mit dir selbst konfrontiert und deine inneren Wunden, Ängste und Glaubenssätze fliegen dir nur so um die Ohren. Wenn du den Mut aufbringst, ehrlich hinzuschauen und dich all dem geballten Schmerz zu stellen, wirst du reich dafür belohnt. Du aktivierst enorme Selbstheilungskräfte, bekommst ein messerscharfes Verständnis für deine inneren Prozesse und Baustellen und kannst dich nach und nach von allem befreien, das nicht der höchsten Version deiner selbst entspricht. Wichtig ist dabei, dass du bereit bist, dich wirklich intensiv mit dir selbst auseinanderzusetzen.

Es ist ein bisschen wie bei einem kaputten Auto. Du kannst es nicht reparieren, wenn du nicht weißt, wo das Problem liegt. Wenn das Auto nicht mehr anspringt, hilft es nicht, immer wieder den Schlüssel herumzudrehen und darüber zu schimpfen, dass der Motor einfach nicht starten will. Das Gleiche gilt für dich und deinen Liebeskummer. Der Herzschmerz ist, genau wie die Tatsache, dass das Auto nicht mehr anspringt, nur das Symptom. Es ist dir also nicht geholfen, wenn du dich einfach aus deinem leidvollen Zustand heraus beschwerst, jammerst und hoffst, dass es irgendwann einfach vorbei ist. Auch durch Ablenkung und Verdrängung wird sich das Problem nicht in Luft auflösen. Im Gegenteil wird es irgendwann mit umso mehr Schlagkraft zurückkommen. Sinnvoller ist es also, gleich die Ärmel hochzukrempeln und der Sache auf den Grund zu gehen.

Woher kommt Liebeskummer überhaupt?

Du liebst jemanden, den du nicht (mehr) haben kannst. Es fehlt etwas in deinem Leben und das schmerzt dich. Dein Glück und dein Wohlbefinden sind also irgendwie an die Anwesenheit eines Menschen geknüpft. Nun betrauerst du ja nicht die Abwesenheit eines jeden Menschen, der nicht in Teil deines Lebens ist. Das deutet darauf hin, dass du nicht die Person als solche vermisst, sondern das Gefühl, das sie dir gegeben hat oder von dem du meinst, sie könnte es dir geben.

Welches Gefühl ist das? Geborgenheit, Sicherheit, Geliebt zu werden, Gebraucht zu werden, etwas besonderes zu sein? Nimm dir ein wenig Zeit, diese Frage zu beantworten. Welche Gefühle hat dir dein Ex-Partner gegeben, die du nun ohne ihn nicht mehr hast?

Wenn du hierauf eine Antwort in dir gefunden hast, hast du schon einen ersten wichtigen Aspekt aufgedeckt: Es handelt sich hierbei um Gefühle, die du nicht oder nicht ausreichend in dir selbst erzeugen kannst. Wenn du einen Partner brauchst, um dich geliebt zu fühlen, liebst du dich offensichtlich selbst nicht wirklich. Gleiches gilt für alle anderen Bedürfnisse, die dein Partner in dir gestillt hat oder Sicherheiten, die er dir gegeben hat.

Verantwortung übernehmen

Wichtig ist, dass du beginnst, die volle Verantwortung für dein Wohlbefinden und deinen energetischen Zustand zu übernehmen. Niemand außer dir ist dafür zuständig, dass du dich gut fühlst, genauso wenig ist irgendjemand im Außen schuld, wenn es dir schlecht geht.

Wie du eine Situation wahrnimmst, ist IMMER ein Produkt deiner eigenen Einstellungen, Konditionierungen und Perspektiven. Deshalb kannst du deine äußere Welt als Spiegel deiner inneren Welt ansehen. Auf den Liebeskummer angewendet kann das so aussehen: Du fühlst dich von deinem

(Ex-)Partner ungeliebt und verlassen. Offenbar wird dir also eine Lektion zum Thema Verlassen-werden/(Selbst-)Liebe angeboten. Hier kannst du jetzt untersuchen, was die Lektion im Speziellen für dich bereithält. Es kann ein Kindheitstrauma dahinterstecken, welches aufgelöst werden möchte - vielleicht waren deine Eltern nicht in dem Maße für dich da, wie du es als Kind gebraucht hättest, vielleicht bist du ein Scheidungskind - die Möglichkeiten sind hier vielfältig und vielleicht bekommst du schon jetzt beim Lesen ein Gefühl, wo dein persönlicher Auslöser liegen könnte. Generell lädt Liebeskummer uns aber in den meisten Fällen dazu ein, uns mehr in Selbstliebe zu üben. Den Ursprung unseres Mangels an Liebe zu ergründen, kann uns bei der Bereinigung und Heilung dessen helfen, es ist aber nicht zwingend notwendig, ihn zu kennen. Wichtiger als in der Vergangenheit zu graben ist, hier und jetzt mehr Liebe und Mitgefühl für dich selbst zu entwickeln.

Die Chance nutzen und zu mehr Balance und Liebe finden

Wenn dir also die Behaglichkeit, Geborgenheit und Zuneigung, die dir dein Partner gegeben hat, entrissen werden, wirst du schonungslos auf dich selbst zurückgeworfen. Was sich dann als kaum erträglich und unfassbar schmerzhaft zeigt, ist nicht wirklich die Abwesenheit des anderen, sondern der Mangel an Liebe, Mitgefühl und Trost dir selbst gegenüber. Das bietet dir die Möglichkeit, diese Qualitäten nach und nach wieder zu kultivieren, wodurch du dir selbst näher sein wirst als je zuvor. Du brauchst dann keinen Partner mehr, der deine Defizite überdeckt und deine Bedürfnisse stillt. Viel mehr kannst du dann Beziehungen auf Augenhöhe eingehen - ohne Abhängigkeit, ohne Erwartungen. Wenn ihr beide in eurer Mitte ruhend, voller Selbstliebe zusammen kommt, werdet ihr ein unschlagbares Team und könnt gemeinsam wachsen und die Entwicklung des anderen umso effektiver befeuern. Solche Beziehungen haben eine sehr viel höhere Qualität als die „Opferbeziehungen“, in welchen beide Partner die Verantwortung für ihr Glück an den anderen abgeben und sich völlig im anderen verlieren.


Hast du eine Frage möchtest ein Gespräch mit mir buchen? Dann schreib mir an info@youarewhole.net oder auf Instagram an @u.r.whole !




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